Amazon: Besonderheiten der EU-Märkte
Amazon Advertising ist ein zentraler Hebel für den Erfolg im E-Commerce – besonders bei der Expansion auf europäische Märkte. Doch je breiter die Zielgruppe über Ländergrenzen hinweg wird, desto komplexer wird das Kampagnen-Management. Wer auf Amazon in mehreren EU-Ländern erfolgreich werben will, muss strategisch, lokal differenziert und datenbasiert vorgehen.
1. Keyword- und ASIN-Targeting
Keywords, die in einem Land konvertieren, funktionieren nicht automatisch auch in anderen Märkten. Zusätzlich variieren die relevanten ASINs (für Product Targeting) teils stark – was gezieltes lokales Targeting notwendig macht.
Für das Produkt „Brotkasten“ nutzt der Seller in Deutschland das Keyword „Brotkasten“ mit Erfolg. In Italien wird das wörtlich übersetzte Keyword „scatola per il pane“ verwendet.
→ Problem: Italienische Kunden suchen stattdessen nach „contenitore pane“ – die Anzeige wird kaum ausgespielt, die Kampagne liefert keine Ergebnisse.
Oder: In Spanien zielt ein Seller mit Sponsored Products auf konkurrierende ASINs ab – doch viele davon sind in Spanien gar nicht verfügbar oder haben schlechte Bewertungen.
→ Ergebnis: Geld wird verschwendet für Produktplatzierungen, die keinen Traffic oder Umsatz bringen.
2. Budgetverteilung & Gebotsstrategie
Pauschale Gebotsstrategien greifen zu kurz. Während beispielsweise CPCs in Deutschland moderat bleiben, steigen sie in UK oder Frankreich je nach Produktkategorie schnell an. Ohne Marktverständnis und Monitoring verbrennen Kampagnen schnell Budget ohne Ergebnis.
Ein Händler setzt für ganz Europa ein Tagesbudget von 50 € und einheitliche CPC-Gebote von 0,70 €. In UK (mit starkem Wettbewerb in der Kategorie „Fitness Equipment“) reichen 0,70 £ nicht einmal für Impressionen – während in Spanien zu diesem Preis viele Klicks erzielt werden und das Tagesbudget wird jeden Tag bereits um 14:00 Uhr aufgebraucht
→ Problem: Ein Teil des Budgets bleibt wirkungslos, während in anderen Ländern zu viel Traffic mit zu geringer Kaufabsicht generiert wird.
3. Content als Grundlage für Ad-Relevanz
Die Performance von Sponsored Products hängt auch stark von Produktdaten ab. Wenn der Content (Titel, Bullet Points, Backend-Keywords) nicht lokal optimiert ist, leidet nicht nur die Sichtbarkeit, sondern auch der Anzeigenrang (Ad Rank).
In Deutschland ist das Listing perfekt optimiert (A+ Content, relevante Keywords, klare Benefits). In Frankreich wurde das Listing nur automatisch übersetzt – und wichtige Keywords wie „sans BPA“ (BPA-frei) fehlen.
→ Folge: Die Relevanz der Anzeige leidet, die Ad-Rankings sinken, und die Werbekosten pro Verkauf (ACOS) steigen massiv.
Lösungen für erfolgreiche EU-weite Amazon Advertising Strategien
- Lokalisierte Keyword- und Wettbewerbsanalyse
Machen sie länderspezifische Keywordrecherchen, um pro Markt relevante Keywords und Mitbewerber-ASINs zu identifizieren – statt nur Übersetzungen zu verwenden.
- Analysieren sie die Listings ihrer Wettbewerber / der Topseller, um dort spezifische Keywords zu finden welche wichtig sind. Nutzen sie Tools um die relevanten Suchbegriffe mit hohen Suchvolumina einzubuchen (Amazon Interne Tools wie Brand Analytics oder auch externe Toolanbieter möglich).
- Markt- und Wettbewerbsspezifische Budget- und Gebotsstrategie
- Kampagnen länderspezifisch gestalten: Setze unterschiedliche CPC-Gebote pro Markt, je nach Wettbewerb und Historie der Kampagnenperformance. Märkte mit geringerem Wettbewerb wie Spanien benötigen vielleicht nur ein kleineres Budget, um gute Ergebnisse zu erzielen im Vergleich zu Deutschland. In Märkten mit geringer Kaufabsicht (wie Spanien) kann es sinnvoll sein, gezielter auf Long-Tail-Keywords und präzises Targeting zu setzen. Dies kann die Conversion steigern und den ACOS optimieren. Gleichzeitig sollte in stark umkämpften Märkten wie UK der Fokus auch mehr auf Branding- und Retargeting-Kampagnen gesetzt werden, um die Markenbekanntheit zu steigern.
- Unabdingbar ist jedoch in jedem Markt die regelmäßige Datenanalyse. Überwache regelmäßig die Performance der Kampagnen in den verschiedenen Ländern. Achte besonders auf ACOS, CTR, Conversion-Rate und Impressionen. Mit den gewonnenen Insights kannst du gezielte Optimierungen vornehmen, um sicherzustellen, dass das Budget immer dort ausgegeben wird, wo es den größten Erfolg erzielt.
- Sponsored Brands & Sponsored Display kombinieren: Während Sponsored Products ideal für die Conversion sind, helfen Sponsored Brands beim Markenaufbau und Sponsored Display beim Retargeting – wichtig, um auch in neuen Märkten Sichtbarkeit aufzubauen.
- Lokalisierte Content-Optimierung für jeden Marktplatz: Statt maschineller Übersetzung solltest du auf Muttersprachler mit Amazon-Erfahrung setzen. Diese verstehen nicht nur die Sprache, sondern auch die kulturellen Unterschiede und Suchgewohnheiten der Zielgruppe. Auch die Bildsprache, Argumentation und Informationsstruktur sollten je Markt angepasst werden, es reicht nicht die A+ Inhalte schlichtweg zu übersetzen. Neben Bildern und Texten sollten auch die Suchbegriffe im Backend pro Marktplatz individuell gepflegt werden. Wichtig: Amazon erkennt keine Mehrsprachigkeit in einem Listing – französische Keywords im deutschen Backend sind wirkungslos.
Fazit:
EU-weite Amazon Advertising-Kampagnen sind kein Copy-Paste-Projekt! Sie erfordern differenzierte Strategien je Markt, datenbasierte Optimierungen und eine klare Struktur. Wer das berücksichtigt, kann Sichtbarkeit und Umsatz auf Amazon in mehreren Ländern gleichzeitig skalieren.
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